#21 Die Stimme, die sagt, du hast noch nicht genug getan

Shownotes

Kennst du diese innere Stimme, die selbst dann noch etwas zu bemängeln findet, wenn eine Aufgabe längst bestens erledigt wurde?

In dieser Folge geht es um genau diese Stimme und warum sie weniger mit Perfektionismus als Charaktereigenschaft zu tun hat als mit einem alten Schutzmechanismus, der dir Sicherheit verspricht, die er nie wirklich einlösen kann.

Ich zeige dir, wie unterschiedlich diese Stimme im Enneagramm klingen kann und wie der erste Schritt aussieht, sie zu erkennen, statt sie zum Schweigen bringen zu wollen.

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00:00:03: Hey, ich grüße dich herzlich zu einer weiteren Folge von Echt statt perfekt.

00:00:32: Und heute geht es um diese innere Stimme die plötzlich ziemlich unerwartet immer wieder auftauchen kann und die dir sagt, ich glaube du hast doch nicht genug getan.

00:00:49: Kennst du sie auch?

00:00:50: Diese innere Stimme, die nie so wirklich mit dir zufrieden ist.

00:00:55: Die immer irgendwie ein bisschen was zum Meckern hat selbst wenn du eine Aufgabe sei es jetzt beruflicher Natur, objektiv gut erledigt hast.

00:01:07: Alles ist fein du bist zufrieden und du hast den Eindruck, du hast dem Punkt getroffen und die Qualität stimmt.

00:01:15: Du kannst dich eigentlich jetzt im Nächsten zuwenden.

00:01:18: dann kommt dieser Moment wo auf einmal diese Stimme da ist und die sagt dir vielleicht nicht direkt aber diese Energie setzt sich in dir frei von.

00:01:34: habe ich jetzt wirklich alles getan und zwar so, dass es perfekt ist.

00:01:43: Echt statt perfekt.

00:01:46: oder hätte ich vielleicht irgendwas besser machen können?

00:01:49: Genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen.

00:01:53: also stelle mal vor du hast eine Präsentation vorbereitet oder einen Text geschrieben oder eine Entscheidung getroffen.

00:02:08: im unternehmerischen Kontext und auf der inhaltlichen Ebene, sachlich gesehen ist alles fertig und auch zufriedenstellend.

00:02:18: wunderbar so abgeschlossen.

00:02:22: Du könntest es eigentlich zur Seite legen um dich die nächsten Aufgabe zu wenden oder vielleicht auch heute dann ein Feierabend machen Aber was du stattdessen tust, ist dass du nochmal drüber liest.

00:02:37: Dass du hier und da die einzelnen Formulierungen challenged und änderst irgendwie auch innerlich nicht wirklich zur Ruhe kommt und dich immer wieder fragst, wo habe ich jetzt vielleicht noch etwas übersehen?

00:02:51: Ist vielleicht etwas für den Drittleser nicht stimmig, nicht schlüssig.

00:02:57: Kommt wirklich die Essenz dessen was sich dazu Papier bringen wollte rüber beim Adressaten?

00:03:06: Und jetzt kann man natürlich sagen oh wow dieser Mensch der ist ja sehr motiviert und sehr, sehr sorgfältig und möchte seine Arbeit einfach gut machen.

00:03:22: Perfekt machen!

00:03:25: Und das muss ja dann auch nicht unbedingt von außen negativ aussehen dass man es perfekt machen will weil lange... Es gibt ja wirklich lange so ein Spielraum Dann ist es Sorgfeld, dann gibt man sich wirklich Mühe.

00:03:38: Dann hat man höchste Qualitätsstandards, den man genügen will und das ist ja etwas was extrem wichtig ist.

00:03:46: also wenn ich jetzt so aus meiner Wirtschaftsprüferzeit denke oder auch im Risk Management da ist Sorgfalt und Konzentration und ja auch Perfektion.

00:04:00: wirklich an jedes Szenario zu denken und sauber abzubegen ist irgendwie alles.

00:04:05: Aber es gibt eben diesen Punkt, an dem es kippt.

00:04:08: An dem es nicht mehr darum geht die erforderliche Sorgfalt walten zu lassen und es richtig zu machen aus dem heraus sondern es ist dann eher so dass man diese Aufgabe nicht wirklich beenden kann weil man nicht abschalten kann.

00:04:28: Weil man von innen heraus irgendwie einen gewissen Zwang verspürt die Kontrolle zu behalten und das Thema, dass das Arbeitsprodukt wirklich nicht aus den Händen gehen kann.

00:04:46: Weil man Angst hat, man hat etwas vergessen oder nicht gut genug gemacht.

00:04:53: Und jetzt kann man sagen diese Stimme wird ja doch oft als Perfektionismus bezeichnet auch bei uns sehr viel positiven Anklang, also lange bis dann irgendwo eine Grenze erreicht ist.

00:05:09: Aber ja die Person möchte es einfach wirklich gut machen und ist halt vielleicht mehr oder weniger perfektionistisch unterwegs.

00:05:24: Und ich sehe das anders.

00:05:25: Ich bin der Meinung Es hat nichts mit Perfektionismus zu tun sondern dass es eigentlich eher ein Symptom und die Ursache unten drunter ist.

00:05:36: etwas anderes, denn was diese Stimme eigentlich mit sich bringt, ist das sie einen gewissen Schutzmechanismus beinhaltet.

00:05:50: Und der hat sich irgendwann im Laufe des Lebens entwickelt.

00:05:57: Das heißt vielleicht hat diese Person als Kind wenn sie einen zu Hause eine Aufgabe gemacht hat und für sich gefunden hat, dass es jetzt so in Ordnung von der Mutter oder dem Vater immer noch ein Rüffel bekommt.

00:06:14: Das hätte das jetzt aber besser machen können oder da hättest du jetzt doch ein Quentchen mehr machen

00:06:18: können.".

00:06:19: Und was das natürlich im System gemacht hat ist, dass dieses Kind eine gewisse Verletzung mit sich... also mit auf den Weg bekommen hat, weil wenn du natürlich infrage gestellt wirst im Sinne von habe ich das jetzt richtig gemacht?

00:06:38: und dir wird gespiegelt.

00:06:39: Das hättest du vielleicht ein bisschen besser machen können oder noch ein bisschen mehr machen können dann spiegelt es natürlich zurück so wie ich bin bin nicht in Ordnung und so wie die Dinge mache sind sie nicht in ordnung.

00:06:52: und Wenn das dann zwitscht in einen Perfektionismus im Laufe des Lebens erzählt man sich innerlich die erfolgreiche Geschichte von okay, wenn ich jetzt noch ein bisschen mehr kontrolliere.

00:07:04: Noch mehr voraus denke, noch mehr leiste und schaue dass ich das wirklich perfekt abliefern kann zum Beispiel diese Präsentation oder diesen Text dann bin ich sicher Dann passiert mir nichts.

00:07:26: Und das Problem dabei ist genug dann nie erreicht wird.

00:07:33: Und es wird immer inflationärer, dass man immer mehr einbringt um auf jeden Fall sicher sein zu können das man genug getan hat um diese Aufgabe bestmöglich abzuliefern.

00:07:52: und was dann passiert ist dass man enorm viel Lebensenergie verliert dass man ja auch unter Umständen verlernt, noch nach links und rechts zu gucken.

00:08:07: Sondern man sieht diese Aufgabe, man will diese Aufgabe möglichst perfekt abliefern.

00:08:14: Und es kann auch im Worst Case sein das wenn man in einem Team arbeitet, dass man zum einen verlernte auch wirklich gut zu delegieren.

00:08:25: und frei zu delegierend heißt vertrauensvoll Aufgaben abzugeben.

00:08:32: oder man gibt ab, aber am Ende macht man doch wieder irgendwie alles selbst und kontrolliert alles bis zum letzten Punkt und Komma verbraucht.

00:08:40: Ja es benötigt wahnsinnig viel Lebenszeit natürlich wenn man wenn man alles doppelt und dreifach noch macht und Es gibt auch dem Umfeld nicht die Möglichkeit sich wirklich mit einzubringen, also dass man auch gemeinsam wachsen kann oder das man auch erkennen kann.

00:09:06: dass so, wie es zwar schon im ersten Run erstellt worden ist.

00:09:09: Es schon absolut völlig in Ordnung war und für das übergeordnete Ziel völlig ausreichend war und dass man dann zum Beispiel auch wieder Zeit hat für ein ganz anderes Projekt mit dem Team, dass man so ja auch wieder nach vorne treiben kann weil man einfach mit mehr Gelassenheit und Freiheit die ursprüngliche Aufgabe schon längst abgeschlossen hat.

00:09:39: Und ich arbeite in meinen Coachings mit dem Indiagramm, das unterscheidet neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und da zeigt sich tatsächlich auch sehr genau wie unterschiedlich diese Stimme von war das jetzt wirklich gut genug bei den Menschen klingen kann?

00:09:58: Das kann eben je nach Muster unterschiedlich klingen.

00:10:03: Bei dem einen ist es, wie ich eben erläutert habe bei dem Beispiel wo vielleicht das Kind auch immer wieder zurecht gewesen wurde, dass wirklich tatsächlich die Angst Fehler zu machen.

00:10:12: also es geht gar nicht darum besonders gut zu machen sondern man hat Angst ein Fehler zu eben die Anerkennung im Außensucht, dass man besonders viel leistet oder eine Aufgabe praktisch von außen betrachten perfektionistisch bearbeitet und abliefert.

00:10:38: Weil man aus dem Muster heraus die Sorge hat wenn ich jetzt nicht top leiste dann bin ich nicht liebenswert.

00:10:49: Oder was auch sein kann ist das man innerlich sich erfolgreich erzählt, wenn ich meine Aufgaben perfekt abliefere dann habe ich alles unter Kontrolle und zwar am Ende eigentlich nicht nur die Aufgabe sondern den ganzen Job das ganze Leben.

00:11:15: Und es hat sehr viel mit Kontrolldrang zu tun.

00:11:21: Das heißt, je nachdem wo das Muster die Persönlichkeit eben liegt kann der Klang dieser inneren Stimme sehr unterschiedlich sein.

00:11:32: Also das was dir da erzählt wird kann sich ganz anders anhören.

00:11:36: trotzdem nach außen sieht es nach perfektionistischem Verhalten aus.

00:11:41: aber der Antrieb unten drunter ist ein anderer.

00:11:43: und wenn man aus dieser Perfektions Falle heraus möchte, weil man merkt dass sie zunehmend ermüdet und nicht gut tut.

00:11:53: Und ein auch vielleicht gewisse andere berufliche Möglichkeiten nicht eröffnet.

00:12:02: Weil man sie auch gar nicht mehr sieht und weil man so gefangen ist in dem eigenen Verhaltensmuster wenn man das entkräften will und dem begegnen will.

00:12:11: Was ist eigentlich das unten drunter?

00:12:13: Warum bin ich so perfektionistisch, warum kann ich nicht gut delegieren?

00:12:16: Warum muss ich das zwanzigste Mal über eine Präsentation gehen obwohl sie ja eigentlich schon vor zwei Stunden fertig war und feile an jedem Wort?

00:12:26: wenn man das entkräften will dann ist es super wichtig dass man eben nicht an der Oberfläche arbeitet in dem Sinne von Ja nur wo ich sagen wir mal zwar schon Glaubensatz, nur wenn ich wirklich hart arbeite dann komme ich auch zum Ziel und den in Kräfte aber nicht erkenne was unten drunter für ein Persönlichkeitstyp ist.

00:12:51: Was für einen Muster unten darunter liegt?

00:12:52: Was für ein Antrieb der mich immer wieder im Antreiben lässt jeden Tag auch in diesem perfektionistischen Arbeitsverhalten.

00:13:02: dann wird man das Muster nie verändern und dann wird aus diesem Perfektionsdrang auch nicht herauskommen auf Dauer.

00:13:09: Und das ist der entscheidende Unterschied, wie ich jetzt im meinen Coachings, wenn es tiefer geht als Baring-Arbeite zu erkennen.

00:13:16: Okay was ist eigentlich das Muster unten drunter?

00:13:20: Wo sabotiere ich mich?

00:13:21: Was erzählt mir die innere Stimme innerlich damit ich XY in meinem Arbeitsalltag immer wieder auf die gleiche Art und Weise mache?

00:13:29: und die tut mir nicht gut.

00:13:31: Das habe ich garantiert dann schon erkannt!

00:13:33: Und ja wichtig ist dann Auch, dass man eben diese Stimme die man da innerlich wahrnimmt nicht zum Schweigen bringt sie nicht weg machen will sondern ihr wirklich Raum gibt das dass man sie hören kann.

00:13:50: Dass man erkennen kann was wird da eigentlich gesprochen um dann tiefer zu gehen und wo kommt es jetzt eigentlich her?

00:13:58: Und dann ganz gezielt das Ganze aufzulösen, zu entkräftigen um ja am Ende viel mehr Lebendigkeit und Freiheit, Kreativität und Einfallsreichtum im eigenen beruflichen Alltag erlauben zu können.

00:14:16: Und endlich den Mut hat und die Selbstverständlichkeit kultivieren kann eine abgeschlossene Aufgabe auch wirklich in Frieden zur Seite zu legen, abzuschicken und zu teilen weil sie einfach so schon perfekt ist wie sie ist.

00:14:44: Ja ich würde dich einladen jetzt in den nächsten Tagen wenn du magst mal genau zu beobachten wann sich bei dir diese Stimme innerlich meldet also ob Sie sich bei Dir meldet und wenn ja in welcher Form.

00:15:01: dann wirklich mal bewusst kurz inne zu halten und nichts zu tun.

00:15:05: Also nicht, wenn jetzt bei dir so eine Stimme käme von, lass uns nochmal über die ganzen Formulierungen gehen das nicht gerade sofort zu tun sondern kurz innezuhalten sagen okay da war sie ja diese Stimme und allein dieser Moment des bewussten Innerhaltens Erkennst genau, da ist diese Stimme die mich wieder dazu veranlasst jetzt noch drei Stunden länger am Abend im Büro zu sein um sicherzustellen dass ich ja nichts vergessen habe.

00:15:35: Das verändert schon so viel sich dessen bewusst zu werden.

00:15:41: und da eben ich lade dich ein das mal für dich herauszufinden ob du da auch so regelmäßig Besuch bekommst von einer Stimme in dir, die dir suggeriert was Du als nächstes zu tun oder auch zu lassen hast.

00:16:01: Ich freue mich wenn Dir diese Folge gefallen hat und freue mich immer wenn Du meinen Podcast weiter empfiehlst und wünsch Dir bis zur nächsten Folge eine Erfüllte Zeit und eine Zeit, in der du jeden Tag ein bisschen mehr bei dir sein kannst.

00:16:23: Bis dahin liebe Grüße und bis ganz bald!

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